In der Veranstaltung der Österreich Werbung "Frauen. Reisen." letzte Woche in Wien untersuchten Experten Frauen als Entscheidungsträgerinnen bei der Reiseplanung.
Frauen sind, laut Motivforscherin Dr. Helene Karmasin, eine eminent wichtige Steuerungskraft im Tourismus, wollen aber nicht als Frauen angesprochen werden.
Also keine speziellen Frauen-Packages oder keine speziellen Frauen-Kampagnen? Wie verhält es sich etwa mit der von Kanada speziell für Frauen entwickelten Plattform Clever Women? Diese aufwändige Site mit einigen interaktiven Elementen, die sogar weibliche Promis wie Sarah Wiener auf Blogging-Mission durch Kanada schickte, möchte das Land der männlichen Einsamer-Wolf-Fantasien für Frauen schmackhaft machen. Ich bin zwar nicht restlos überzeugt vom Konzept. Ich gebe aber gerne zu, dass es einzig und allein diese Site ist, die mich je in Verlegenheit bringen könnte, den Kanada-Träumen meines Mannes nachzugeben.
„Es sind die Frauen, die in einer Partnerschaft zum größten Teil die Entscheidung für den Urlaub treffen, und sie stellen dies „äußerst geschickt“ an“. Nicht nur, dass sie den Partner mit ausgewähltem Informationsmaterial und Argumenten in die gewünschte Richtung lenken, sondern auch, weil sie die cleveren Finanzplanerinnen sind und ein geschärftes Auge für ein faires Preis-Leistungsverhältnis haben“.
Karmasin differenziert Frauentypen, die spezifisch adressiert werden wollen:
Die „wild woman“, mit Hang zum Naturabenteuer etwa stellt die einzige Gruppe dar, innerhalb derer die Botschaft „von Frauen für Frauen“ nicht kontraproduktiv ist. Gegenpol ist die Göttin, die sich für die Zeit ihrer Reise im Mittelpunkt wissen möchte – der klassische Wellness-Gast“.
Also doch Clever Women! Stories ziehen: Wichtig ist laut Tourismusexpertin Rachel Piggott eine qualitätsvolle audiovisuelle Kommunikation, die eine Geschichte erzählen und emotional sein sollte. Laut ihrer Studie bringen 58 % der Frauen das Urlaubsthema auf den Familientisch, und 54 % der Buchungen werden von Frauen durchgeführt.
Eine Customer Journey, die Stationen von der Auswahl des Hotels, über die Buchung bis zum Abendessen und zur Abreise von einem weiblichen Standpunkt aus betrachtet, sind dringende Anregungen des Professorinnenduos Birgit Mager und Uta Brandes der Köln International School of Design. „Frauen reagieren besonders positiv auf kleine und persönliche Details in der Dienstleistung – von Frauenparkplätzen in Garagen bis hin zu besonderen Pflegeprodukten im Hotelbad."
Dieser Tipp ist auch eine tolle Anregung für die Verbesserung des Internet-Auftrittes. Wie könnte diese Customer Journey für die Website aussehen? Nachdem Frauen bei ihrer Reiseplanung strikt ökonomisch entscheiden, sollte die Website folgende Punkte bieten: übersichtliche, vergleichbare Angebote, solide Planungshilfen, schnelles Erfassen des Preis-Leistungsverhältnisses. Und dies alles verpackt mit emotionalen Elementen. Denn:
Hauptaussage der Veranstaltung: Es ist die Authentizität des Angebots und seine in allen Nuancen mitschwingende Fairness, die von Frauen am stärksten wahrgenommen wird, wenn sie reisen.
Das Einbeziehen authentischer Berichte durch Blogs, Bilder und Foren ist hier also ein entscheidendes Plus.
von Karin Schmollgruber
Link: Österreich Werbung
Zitatanfang
„Es sind die Frauen, die in einer Partnerschaft zum größten Teil die Entscheidung für den Urlaub treffen, und sie stellen dies „äußerst geschickt“ an.
Zitatende
Ich kann dies nur bestätigen und habe dies auch in meinem Blog geschrieben, Siehe Link.
Kommentiert von: Ralf | 13. Dezember 06 at 10:34 Uhr